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Jean Henley Memorial Lecture

Donnerstag, 20.09.2018, 09.45-11.15 Uhr (im Rahmen der Kongresseröffnung), Saal D

 

Antje Boetius"Unter dem ewigen Eis - Faszination Tiefseeforschung"

Die Tiefsee und die eisbedeckten Regionen sind gigantische Lebensräume der Erde, über die wir viel zu wenig wissen, weil der Mensch dort bisher kaum Zugang hat. In der Erdgeschichte und der Evolution des Lebens spielen sie eine sehr wichtige Rolle wie auch für unser Klima heute. Forschung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass die Mikroorganismen der Polarregionen und Ozeane essentiell sind für die Stoffkreisläufe und die Gesundheit der Umwelt. In meinem Vortrag berichte ich sowohl von den Aufgaben als Entdecker extremer Lebensräume wie auch von unseren Methoden durch Polar- und Ozeanforschung, den Puls der Erde und der Menschheit zu fühlen.

Lebenslauf:

Antje Boetius ist Polar- und Tiefseeforscherin, Direktorin des Alfred Wegener Instituts, Helmholtz Zentrums für Polar und Meeresforschung und Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Geboren 1967 in Frankfurt am Main studierte Antje Boetius von 1986-1992 in Hamburg und San Diego Biologische Ozeanographie und promovierte in 1996 über Tiefseemikrobiologie. Nach Aufenthalten an verschiedenen Meeresforschungsinstituten etablierte sie von 2003 bis 2008 eine Arbeitsgruppe zur Erforschung Mikrobieller Habitate im Ozean am Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie. Seit Ende 2008 leitet sie die Helmholtz-Max Planck Brückengruppe für Tiefseeökologie und –Technologie. 2009 erhielt Antje Boetius den hochdotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und wurde zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt sowie der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz. Von 2010-2016 war sie Mitglied des Wissenschaftsrates Deutschlands, seit 2013 die Vorsitzende seiner Wissenschaftlichen Kommission. Antje Boetius hat an 49 Expeditionen auf internationalen Forschungsschiffen teilgenommen und beschäftigt sich derzeit vor allem mit Fragen der Auswirkungen des Klimawandels auf die Biogeochemie und Biodiversität des Arktischen Ozeans. Sie hat dafür kürzlich den ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates erhalten, sowie eine Reihe von renommierten Preisen im In- und Ausland. In 2011 hat sie ein umfassendes Sachbuch „Das dunkle Paradies“ über die Erforschung der Tiefsee gemeinsam mit ihrem Vater, dem Schriftsteller Henning Boetius veröffentlicht. 2018 erhielt sie den Communicator Preis des Stifterverbandes und der DFG.